OFFENE BÜCHERSCHRÄNKE
UND STIFTUNGEN
Stiftungen übernehmen Schirmherrschaft
Die Offenen Bücherschränke sind Orte der Begegnung. Sie haben eine starke Symbolkraft für Gemeinschaft und Demokratie. In den letzten 20 Jahren haben sich Offene Bücherschränke besonders gut in eine Stadt integriert, wenn Stiftungen oder vergleichbare Institutionen die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen haben.
Eine Stiftung kann die Offenen Bücherschränke umfangreich in ihr Ehrenamts-Netzwerk einbinden. Nicht nur werden so bestehende Strukturen gestärkt, sondern es zieht auch neue Interessierte nach. Zu jedem Offenen Bücherschrank gehört ein Netzwerk von Ehrenamtlichen, die mit besonderer Sorgfalt die Schränke pflegen und ungeeignete Bücher aussortieren. Die Stiftung selbst übernimmt die Koordination und den Genehmigungsprozess.
Das Projekt eignet sich besonders gut für Stiftungen, die sich lokal einbinden möchten. Mit den Offenen Bücherschränken schaffen sie lebendige Begegnungsorte in ihrer Stadt und Gemeinde!
Die Bürgerstiftung Bonn
Als erste Initiative der neugegründeten Bürgerstiftung wurde 2002 ein Ideenwettbewerb ausgelobt, der Bonner:innen dazu aufrief: „Was können wir in Bonn gestalten, verändern und verbessern?“. Den ersten Preis gewann ein Entwurf für einen Offenen Bücherschrank aus Metall und Glas, eingereicht von einer Studentin für Innenarchitektur. Dieser erste Bücherschrank seiner Art wurde damals auf der Poppelsdorfer Allee, einer Grünfläche in der Bonner Südstadt, aufgestellt. Der Offene Bücherschrank wurde zum Symbol der Bürgerstiftung in der Stadt: ein Ort der Begegnung.
Seitdem urbanlife eG die Offenen Bücherschränke der Marke BOKX® herstellt, wurden in Bonn weitere BOKX® 01 Bücherschränke installiert. Stand 2026 befinden sich 35 Bücherschränke verteilt in Bonn und die Stiftung plant weitere aufzustellen.
Wenn ein neuer Bücherschrank von Ehrenamtlichen initiiert wird, kümmert sich die Bürgerstiftung um den Genehmigungsprozess, schließt eine Haftpflichtversicherung ab und kümmert sich um die strukturelle Instandhaltung. Die Finanzierung übernehmen die Initiator:innen und lokale Organisationen selbst. Rund um den Bücherschrank entsteht ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen. Die Bürgerstiftung berichtet, dass rund 80 Bonner:innen als Paten unterwegs sind und die Bücherschränke betreuen.
"Die Geschichte der Bürgerstiftung ist unmittelbar mit der Geschichte der Offenen Bücherschränke verbunden. Sie sind Symbole für Kultur, Gemeinschaft und Ehrenamt. Für viele Menschen ist der Bücherschrank ein wunderbarer Ort der Begegnung. Der Schrank ist nicht nur zum Büchertauschen da, sondern eben auch um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen."
– Jürgen Reske, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn
Die Bürgerstiftung Köln
In Köln hat die Bürgerstiftung mit den Offenen Bücherschränken einen wichtigen und sichtbaren Begegnungsort im Stadtraum geschaffen. Seit 2010 sind rund 83 Bücherschränke im Rahmen des Projekts „Eselsohr“ installiert worden.
Für die Koordination der Bücherschränke wurde ein Fachausschuss ins Leben gerufen, bestehend aus fünf Ehrenamtlichen. Für neue Interessierte bieten sie eine ausführliche Beratung rund um den Bücherschrank an und überprüfen, ob eine Zusammenarbeit seitens der Bürgerstiftung vorstellbar ist.
Für Lis Norgaard ist klar, dass die Offenen Bücherschränke gerade Menschen zugutekommen, die entweder nicht das Geld für Bücher haben oder keinen Zugang zu einer öffentlichen Bücherei finden. Als Teil des Fachausschusses Eselsohr setzt sie sich für neue Bücherschränke in Bezirken Kölns ein, in denen Menschen mit geringem Einkommen leben.
In Köln sind die Offenen Bücherschränke dank des großen Engagements der Bürgerstiftung so zahlreich, dass die vielen Begegnungsorte nun wirklich nicht mehr wegzudenken sind aus der Stadt.