OFFENE BÜCHERSCHRÄNKE
UND MUSEEN
Museen gestalten ihre Vorplätze
Wo sich öffentlicher Raum und Museum berühren, öffnen sich Museen nach außen. Hier können nachhaltige Projekte umgesetzt werden, die den Museumsvorplatz beleben.
Ein Offener Bücherschrank eignet sich als wunderbare Gestaltungsmöglichkeit. Für das Museum bietet er einen dauerhaften Ankerpunkt im öffentlichen Raum – über das ganze Jahr hinweg. Dadurch entsteht nicht nur bereits im Außenraum eine Verbindung mit den Besuchenden, sondern das Museum verbindet sich zusätzlich mit der umliegenden Nachbarschaft.
Der Bildungsauftrag des Museums kann so an eine deutlich vielseitigere Gesellschaft gerichtet werden. Ob thematisch kuratiert oder den Bücherschrank-Nutzenden frei überlassen – durch den Bücherschrank entsteht ein neuer sozialer und kultureller Treffpunkt.
Das Lenbachhaus München zeigt, wie ein Offener Bücherschrank einen Museumsvorplatz beleben kann
Museen sind längst mehr als Ausstellungsorte. Sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der kulturellen Teilhabe. Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Lenbachhaus in München.
Mit dem Kunstbücherschrank auf dem Museumsvorplatz wurde dort ein niedrigschwelliges Angebot geschaffen, das Besucherinnen und Besucher ebenso anspricht wie Passantinnen und Passanten. Der Bücherschrank lädt zum Stöbern, Mitnehmen, Tauschen und Verweilen ein – und macht den Vorplatz zu einem lebendigen Treffpunkt.
Dabei blieb es nicht. Der Bücherschrank wurde Teil einer umfassenderen Aufwertung des öffentlichen Raums. Neue Wasserbänke und ein interaktiver Wasserpavillon des Künstlers Jeppe Hein schaffen zusätzliche Aufenthaltsqualität. Sie machen den Vorplatz zu einem Ort, an dem Menschen gerne Zeit verbringen. So greifen Kunst, Lesen, Begegnung und Stadtraum ineinander und stärken sich gegenseitig.
Hinzu kommt ein vielfältiges Diskurs- und Outreach-Programm des Museums, das den Außenraum regelmäßig mit Gesprächen, Aktionen und Veranstaltungen belebt. Der Vorplatz wird so zu einer offenen Bühne für Kultur – weit über den Museumsbesuch hinaus.
Ein Modell für viele weitere Museen?!
Das Beispiel des Lenbachhauses zeigt, welches Potenzial in einem professionell gestalteten Offenen Bücherschrank steckt. Er ist nicht nur ein Ort für Bücher, sondern ein hochwertiges Stadtmöbel, das Aufenthaltsqualität schafft, Menschen miteinander ins Gespräch bringt und den öffentlichen Raum sichtbar aufwertet.
Gerade Museen mit einem attraktiven Vorplatz, einem Museumscafé oder einer Bibliothek können von diesem Konzept profitieren. Ein Offener Bücherschrank ergänzt den Bildungsauftrag eines Museums auf ideale Weise: Er macht Kultur bereits vor dem Eingang erlebbar, lädt zum spontanen Entdecken ein und schafft einen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und Literatur.
Kultur beginnt nicht erst an der Eingangstür
„Wir entwickeln und realisieren hochwertige Offene Bücherschränke. Diese können sich harmonisch in die Architektur und den Charakter eines Museums einfügen. Gemeinsam mit Museen, Kommunen und Förderpartnern entstehen langlebige Lösungen, die den Außenraum bereichern und einen echten Mehrwert für Besucherinnen und Besucher schaffen.“ (Hans-Jürgen Greve, Stadtplaner, Architekt, Urbanlife eG)
Das Lenbachhaus zeigt eindrucksvoll, wie aus einem einzelnen Bücherschrank ein lebendiger Kulturort entstehen kann. Dieses erfolgreiche Modell lässt sich an vielen anderen Museen umsetzen – überall dort, wo Kultur nicht an der Eingangstür endet, sondern den öffentlichen Raum mit einbezieht.
"Unser Wunsch war, den Museumsvorplatz so zu gestalten, dass er verstärkt auch zum Verweilen einlädt. Lesen, Austausch und Diskussion sollten unserer Meinung nach wesentliche Bestandteile des öffentlichen Raums sein, diesen mitprägen und damit auch unser Zusammenleben stärken. Das ist wunderbar gelungen, wir können das jeden Tag beobachten."
– Adrian Djukić, Bibliothekar im Lenbachhaus
Institutionen öffnen sich
nach Außen – gelungene Beispiele
Das Literaturhaus Köln e.V.
Im Juli 2025 hat das Literaturhaus Köln e.V. einen Offenen Bücherschrank direkt vor seinen Eingang aufgestellt. Bettina Fischer, Leiterin des Literaturhauses (zweite v.r.), berichtet im Interview mit Hans-Jürgen Greve, dass der Bücherschrank sofort sehr gut angenommen wurde (hier zum ganzen Interview).
Zur Einweihung des neuen offenen Bücherschranks vor dem Literaturhaus in Köln hatte das Literaturhaus eine besondere Aktion organisiert: ausschließlich Kölner Literatur wurde zur Eröffnung, teilweise von Kölner Autor:innen persönlich, in den Bücherschrank gestellt. Wenig überraschend war, dass die Bücher sofort „noch unter ihren Augen“ neue begeisterte Leser:innen fanden.
Der Offene Bücherschrank war der erste Impuls für die Öffnung des Literaturhauses nach Außen. Im Laufe des Sommers 2025 wurde ein weiteres Projekt auf dem Vorplatz realisiert: „1000 Stühle, 1000 Bäume“ in Kooperation mit dem Haus der Architektur Köln. Vor dem Literaturhaus wurden Stühle und Bäume platziert und verwandelten den Vorplatz zu einem „Ort des Wohlfühlens, ein Ort des Miteinanders, ein Ort, der in die Zukunft weist“.
Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt
Ein neuer Offener Bücherschrank für das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt ist aktuell in Planung. In der Fotomontage ist der Bücherschrank links neben dem Eingang zum Museum am Schaumainkai positioniert und steht so in unmittelbarer Nähe zur historischen Villa Metzler.
Stadtgarten Köln
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Mehr InformationenDort, wo zuvor das Projekt Mini-Bib bis 2018 seinen festen Standort hatte, steht seit Mai 2026 ein Offener Bücherschrank. Im Stadtgarten in Köln war der feste Lesetreffpunkt nicht wegzudenken.
Knapp zehn Jahre lang war die Mini-Bib als niederschwelliges kulturelles Angebot im Stadtgarten vertreten. Verantwortlich für das Projekt war der Förderverein der Stadtbibliothek Köln. Dank des Engagements Ehrenamtlicher aus der Nachbarschaft und der Bürgerstiftung Köln konnte nun der Offene Bücherschrank als langfristig genehmigtes Angebot installiert werden.
Museen zwischen Heute und Morgen
Seit 2025 ist die Stiftung neuer Raum, die unternehmensgebundene Stiftung der Urbanlife eG, Teil des Netzwerks MUSEUM INNOVATION am Fraunhofer-Institut IAO in Stuttgart.
Hier liegt der Fokus auf „Social Impact“ – also auf Projekten, die am Gemeinwohl orientiert sind und Vertrauen stärken. Die Stiftung neuer Raum bringt mit ihrem Fokus auf Bildungsprojekten für Kinder im öffentlichen Raum eine besondere Expertise mit in das Netzwerk. Erkenntnisse und Erfahrungsberichte im Austausch mit Museen wie u.a. dem PETRI Berlin, Stadtpalais für Stuttgart und Ludwigsburg Museum, bereichern rückführend auch die Arbeit der Urbanlife eG.
Am 5. November 2026 findet ein öffentliches Symposium zu technologischen und sozialen Zukunftsräumen im Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart statt. Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.